Hans-Herbert Holzamer „Richter ohne Sühne“ - Buchempfehlung

Veröffentlicht auf von Raphaela

Ein Prozess gegen einen WK II-Kriegsverbrecher. Grund für Angehörige griechischer und italienischer Opferfamilien nach München zu kommen, um ein Fanal zu setzen, weil vermutlich zum letzten Mal die Chance besteht, darauf hinzuweisen, dass nie ein Angehöriger der Wehrmacht für seine Untaten vor mehr als 60 Jahren von deutschen Gerichten in Haft geschickt wurde.

 

Der Plan ist, Richter zu ermorden, die notorisch Verdächtige haben laufen. Tatsächlich kommen auf unterschiedliche Weise drei dieser Richter zu Tode, und es entspannt sich eine dramatische und von der Obrigkeit intensiv behinderte Suche nach den Mördern der Richter und eine tiefgehende Diskussion zwischen den vermeintlichen Tätern und den Kindern der ermordeten Richtern, zwischen den ermittelnden Beamten aus München, Rom und Athen, der beobachtenden Journalistin und den staatlichen Autoritäten über Sühne und Aussöhnung zwischen den beteiligten Ländern.

 

Die Zusammenfügung von Fiktion und zeitgenössischem und historischem Geschehen erlaubt es, den Leser mit einer Thematik auf unterhaltsame Weise zu konfrontieren, die ihm bislang fremd war. Sie zeigt Zusammenhänge auf, wie es die aktuelle Berichterstattung nicht könnte. ...

 

Der Prozess gegen Josef Scheungraber, dem ein Kriegsverbrechen, das Massaker an der Bevölkerung des Dorfes Falzano in der Toskana zum Vorwurf gemacht wird, wird die Vergangenheit bestätigen. Auch nach seiner Verurteilung in erster Instanz als Mörder lebt Scheungraber unbehelligt zu Hause.

 

Warum wurde er erst als alter Mann zur Rechenschaft gezogen?

 

Die ganzen Fakten werden erzählt und mit einer fiktiven Geschichte intensiv erlebbar gemacht.

 

Auch Italien und Griechenland haben ihren Teil der Verantwortung an der ungenügenden Aufarbeitung, wie das historische Faktum des „Schranks der Schande“ bezeugt, in dem die Scheungraber-Akte jahrzehntelang unbeachtet lag.

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Veröffentlicht in gemobstes und gelinktes

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