Jutta ist tot

Veröffentlicht auf von Raphaela

ein Opfer der Dauerarbeitslosigkeit Jutta werden Sie mit Sicherheit nicht kennen.

 

Aber Sie kennen bestimmt jemanden, der sich in ähnlicher aussichtsloser Situation befindet, welche Beweggrund für Juttas Selbstmord war. Wie ich von Ihrem Ehemann am Wochenende erfuhr, hat Jutta sich vor Ostern das Leben genommen. Sie hatte nach mehrjähriger Arbeitslosigkeit aufgegeben, sich aufgegeben, resigniert. Um die fünfzig Jahre alt war sie ein Quell voller Lebensfreude - gewesen.

 

Dennoch, die Aussichtslosigkeit am Arbeitsmarkt - wir leben in einer Gesellschaft, die sich so gut wie ausschließlich (!) über Erwerbsarbeit definiert - ließ sie verzweifeln.

 

Ein gesunder Mensch, bloß weil er die wirtschaftliche Senilitätsgrenze von vierzig Jahren überschritten hat, auf Dauer - für immer ? - arbeitslos?

Das kann nicht wahr sein.

 

Mit unserem Wirtschafts-, Gesellschafts- und demokratischen (?) Herrschaftssystem stimmt etwas nicht! Erinnern Sie sich an den komischen Freitod des Unternehmer-Spekulanten Adolf Merckle? Oberschichtshassadeure wie Merckle schaffen es in die Massenmedien. Über Juttas Tod lesen Sie nichts in den Massenmedien. Warum auch? Einfache Menschen sind bestenfalls Ziffern in irgendwelchen Statistiken, sind faktisch zu Waren degradiert..

 

. Übrigens, Juttas Tod macht sich nicht in der Hartz-IV-Statistik bemerkbar; denn ihr Ehemann hat für die Aufstockung einfach zuviel verdient. Das heißt, noch nicht einmal die Arbeitslosenstatistik wird vom Tode Juttas verändert. Es gibt unzählige Bezieher von Arbeitslosengeld 2, die an der Repressionsfolter der aktuellen und bisherigen schwarz-gelben, schwarz-roten und rot-grünen Repressionskoalitionen zerbrechen.

Einige von ihnen nehmen sich wie Jutta das Leben. Über diese Selbstmorde lesen Sie nichts in den Gazetten.

 

Pflegt man eine kollektive Verdrängung nach dem Motto: "Wenn es die erwischt, erwischt es uns nicht"?

Oder liest man nichts, weil es die Menschen aufbringen könnte und viele veranlassen würde, deshalb die Linkspartei - wie zum Beispiel bei der anstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen - zu wählen?

 

Wie dem auch sein mag, es würde sich auf den Veranstaltungen zum 1. Mai gehören, der Opfer dieses Repressionssystems zu gedenken!

 

 

Aber nichts passiert in dieser Hinsicht. Für den DGB ist solch Mangel an Solidarität ein Armutszeugnis: Gewerkschaftspitzen sollte man als Gewerkschaftsmitglied im übertragenen Sinne in den Hintern treten.

 

Die Funktionäre, die sich nicht bewegen, sollte man aus ihren Ämtern jagen.

 

 

Quelle http://grilleau.blog.de/2010/05/11/jutta-tot-8561876/

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Veröffentlicht in friedvolle Krieger

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